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In unserer Küche hängt eine Tafel an der Wand. Früher einmal diente sie als Putzplan, bevor sie zur Einkaufsliste degradiert wurde. Nun muss sie jedoch für spontane Eingebungen herhalten. Derzeit ziert dort ein Schriftzug den dunklen Hintergrund der Tafel:

„Wir wissen heute schon, was wir morgen auf übermorgen verschieben.“

Darunter wurde ein Kreidebild gemalt. Es stellt zwei winzige Inseln mit jeweils einer Palme dar, welche durch eine Hängematte miteinander verbunden sind. Die untergehende Sonne spiegelt sich im tiefblauen Wasser des Meeres.
Es sind aufgeschmückte Kritzeleien, von übereifrigen und intoxikierten Studenten irgendwann nach Mitternacht geschaffen, während sie auf die Pizza (Pilze, wens interessiert) warteten, die zeitgleich im Ofen vor sich hinbrutzelte. Trotz dieser wenig ruhmreichen Entstehungsgeschichte, lässt sich ein gewisses idyllisches Gefühl nicht abstreiten. Die Sonne und das Meer strahlen Ruhe und Wärme aus. Mit ein wenig Fantasie hört man das Rauschen der Wellen und spürt eine warme, sanfte Brise auf der Haut, während man selbst als dunkle Silhouette mit einem Cocktal in der Hängematte liegt. Die letzten Sonnenstrahlen verschwinden langsam am Horizont, dort, wo klares Wasser und blauer Himmel in einer unscheinbaren Linie miteinander verschmelzen. In der Nacht ist es dann lau. Mit nichts als dem endlosen Sternenhimmel, dem Rauschen der Wellen und das Rascheln der Palmenblätter.
Dazu der Text, welche Gelassenheit und einen stressfreien Alltag impliziert.
Oder eben Prokrastination.
Und genau das mache ich gerade: prokrastinieren. Und Tagträumen. Denn mit der Realität kann ich derzeit wahrlich wenig anfangen. Die besteht nämlich aus einem Berg philosophischer Texte, die durchgearbeitet werden wollen. Sprachwissenschaftliches Material aus zwei Semestern, mit denen ich Morphologie, Syntax, Phonetik, Phonologie, Semantik, Pragmatik und Neurolinguistik verstehen und anwenden können soll (nicht einmal die Hälfte die in der Aufzählung vorgekommenen Themenbereiche sind interessant). Und da sind da noch Übersetzungsarbeiten und die etwas eigensinnige Grammatik des Mittelhochdeutschen. Mir steht das Studium also gerade bis zum Hals.
Und während sich also langsam die Panik mit einem manischen Grinsen auf den Lippen anschleicht, packt mich auf einmal der unaufhaltbare Drang, in den Social Networks zu wüten. Selbstverständlich mit einem verstörenden Gesichtsausdruck. Meine Lippen lachen, doch meine Augen schreien um Hilfe.

Wie auch immer… es steht noch eins dieser Community-Blog-Award-Dingsbumse aus. Diesmal von Wordbuzzz, die mich nachträglich nominiert hat. Da fragt man sich doch glatt: Darf sie das?
Die Antwort ist simpel: Sie kann, darf und hat es getan.
„Geiler Scheiß!“, lachen meine Lippen.
„Für uns gibt es keine Zukunft.“, weinen die Augen.

Elite-Award nennt sich das Schmuckstück, das ich mir dieses Mal in die virtuelle Vitrine stellen darf.

Die Regeln:

  • Danke der Person, die Dich für den Elite Award nominiert hat und verlinke sowohl ihren Blog als auch die Webseite der Elite(dieelitepodcast.wordpress.com) in Deinem Artikel.
    (Ich kenn die guten Leute von dem Podcast nicht, verlinke sie aber trotzdem mal… und ich werde auch definitiv reinhören. Muss ja weiter prokrastinieren.)
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Elite Award Blog Artikel.
    (Work in progress…)
  • Beantworte die 5 fixen Standard-Elite-Fragen zu Verschwörungen (nachzuhören in Folge 22 von Die Elite), sowie die 7 variablen Fragen, die der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
    (Ich hör mir das nicht jetzt an, sondern bediene mich per Copy-Paste.)
  • Nominiere mind. 5 max. 13 weitere Blogger für den Elite Award
    (Uff… aber bei mir sind das doch immer diesselben… das endet dann nur in einer nicht enden wollenden Spirale aus Nominierungen)
  • Stelle eine neue Liste mit 7 variablen Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
    (Entfällt)
  • Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog Artikel.
    (Entfällt)

Was ist deine Lieblingsverschwörung?

Verschwörungstheorien sind so eine Sache. An sich sind sie ja sehr faszinierend und fantasievoll, gleichzeitig kräuseln sich mir sämtliche Nervenenden samt Wirbelsäule hoch, wenn ich daran denke, dass es tatsächlich Menschen gibt, die das ernsthaft praktizieren und daran glauben. Ich bin mir oft aber auch nicht so sicher, ob das nicht einfach Satire darstellen soll… Ich meine… Aussagen wie: „The flat earth society has members all around the globe.“ kann man doch unmöglich ernst meinen, oder?

Meine Lieblingsverschwörung ist allerdings die der Freimaurer, wahlweise der Illuminaten. Eine einzige Geheimorganisation, welche die gesamte Welt kontrollieren soll. Wusstet ihr übrigens, dass Mozart umgebracht wurde, weil er in „Die Zauberflöte“ zu viel von den Freimaurern preisgegeben hat? 😛

Warum?

Da spielen sich einige äußerst interessante und aufregende Szenarien in meinem Kopf ab. Und ich mag Dinge, die das kreative Denken herausfordern 😀

Wenn Du einen Tag die Weltherrschaft hättest, was würdest Du tun?

Ich habe mir schon viele Gedanken darüber gemacht, wie sehr Macht einen Menschen korrumpieren kann. Irgendwie hätte ich da keine Lust drauf und ich würde so wenig wie nur möglich anfassen, drücken, ziehen, drehen oder sagen. Ich würde mich in eine dunkle Ecke mit einem bequemen Sessel und ein paar Bier setzen, Netflix anschalten und dann so vorsichtig atmen, als könnten meine Lungen bei zuviel Luftzufuhr wie ein Ballon platzen. Warum? Weil ich in meinem Drang die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen, sie wohl eher ins absolute Chaos stürzen würde. Vermutlich wäre ich auch noch damit zufrieden.

Wie hat die Erkenntnis, dass es tatsächlich eine geheime Weltverschwörung gibt, Dein Leben nachhaltig verändert?

Darüber darf ich leider nicht sprechen und ich verbitte mir weitere Fragen in diese Richtung. Danke.

Wenn es eine Zahl gibt, der Du etwas mystisches anhaften dürftest (außer den Klassikern 5, 7, 11, 13, 23, 42, 666), welche wäre das und warum?

Oh Mann… ich sollte mir diesen Podcast anhören. Klingt abgefahren.

Ich wähle die Zahl „0“. Sie ist weder positiv, noch negativ. Man könnte sie wohl als die Schweiz in der Welt der Zahlen bezeichnen.
Die Null definiert die Menge von Elementen, die gar nicht da sind. Schon zu sagen, dass etwas nicht da ist und dies dann mit einer Mengenangabe zu beschreiben ist ein ziemlich abstrakter Gedankengang, wenn man mal darüber nachdenkt.

Außerdem implodiert unser aller Dasein, wenn man durch Null teilt.

Welches Lied wäre der Soundtrack des Buches, das dein Leben schreibt?

Da fallen mir spontan eine ganze Palette an Liedern der Bands Three Days Grace und A Day To Remember ein. Diese Bands kann ich sowieso den ganzen Tag vorwärts, rückwärts, seitwärts, in Loopings und Saltos hören ohne dass sie langweilig werden.
Wenn ich nun ein Lied auswähle, weiß ich ganz genau, dass mir in ein paar Stunden ein anderer, ebenso passender Song einfallen wird. Deshalb stellt meine Wahl wohl eher ein Spiegel spontaner Eingebung dar. Vorhang auf.



Wenn du ein Protagonist wärest, wovon würde deine Geschichte handeln?

Sind wir nicht eigentlich alle die Protagonisten einer Geschichte, die sich unser Leben nennt?^^
Ich muss gestehen, dass mir nicht ganz klar ist, worauf diese Frage abzielt. Bezieht sie sich direkt auf mein Leben oder meinen Charakter und ich soll davon eine Geschichte ableiten oder soll ich meine Fantasie spielen lassen und mich als epischer Antiheld durch Massen an Feinde schnetzeln? 😀
Letzteres wäre definitiv unterhaltsamer und spannender. Aber ich kenne mich und meine Fantasien… es wäre sehr düster, einsam und traurig. Also quasi eine Bestätigung der Realität, nur in cooler.

Welche deiner Passionen würdest du am wenigsten deinen Arbeitskollegen erklären wollen würden?

Äh… dafür bräuchte ich erstmal eine Passion, die mir unheimlich peinlich sein müsste. Ich fahre total auf alles ab, was mit Herr der Ringe bzw. Mittelerde zu tun hat, die Mass Effect-Trilogie ist meine absolute Lieblingsvideospielreihe und Anime und Manga mag ich auch sehr gerne. Und inzwischen hat sich auch ein starkes Interesse am Mittelalter entwickelt. An sich bin ich also recht nerdig unterwegs und ich habe keinerlei scheu, das meinen Mitmenschen mitzuteilen.

Tatsächlich am wenigsten würde ich mit meinem Schreiberling-Hobby hausieren gehen. Weniger, weil es mir peinlich ist, sondern weil… ich kenne den Grund eigentlich gar nicht so genau. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute dann unbedingt was von mir lesen wollen… oder dass es sich dann innerhalb meiner näheren sozialen Konstrukte wie ein Lauffeuer verbreiten würde und ich ständig das Gefühl hätte, jemand schaue mir über die Schultern. Ich denke, ich könnte das Schreiben dann nicht mehr so genießen, wie ich es jetzt tue. Vermutlich wäre dies aber nur eine Sache der Eingewöhnung.

Was sind die drei erstaunlichsten oder interessantesten Tiere, denen du begegnest bist.

Ich hatte bisher leider keine allzu erstaunlichen Tierbegegnungen.

1.) Ich war während meiner Zeit in Japan im Nara-Park und habe Sikahirsche gestreichelt und gefüttert. Diese haben sich teilweise verbeugt, nachdem sie etwas zu futtern bekamen. Diese Geste allein hat schon eine besondere Wirkung. Sie wirkt auf seltsame Art und Weise menschlich, auch wenn sie vermutlich einfach nur konditioniert ist.

2.) Als ich noch als Schwerbehindertenassistent tätig war, öffnete ich einmal die Balkontür, um für frische Luft zu sorgen. Irgendwie schaffte es ein kleiner Vogel dennoch volle Möhre gegen das Glas zu fliegen, um anschließend mit einem kläglichen Piepsen auf den Boden zu fallen und sich nicht mehr zu rühren. Er lebte noch, die Augen waren geöffnet, aber das arme Ding stand wohl unter Schock. Ich wusste nicht so recht, was ich nun tun sollte, dort auf dem Boden konnte ich ihn schlecht liegen lassen. Also organiserte ich mir einen Schuhkarton aus dem Abstellraum und setzte den Vogel vorsichtig hinein. Zuvor hatte ich noch nie einen Vogel in der Hand gehalten. Sicher, ein Wellensittich saß mal auf meiner Hand, aber dieser hier war nicht in der Lage sich festzuhalten, also musste ich ihn mit der Hand umschließen, um ihn hochzuheben. Ich glaube, ich habe davor und seitdem nie wieder etwas so gebrechliches in der Hand gehalten. Es war weich, unglaublich leicht und ich hatte das Gefühl, dass jede kleinste Zuckung meiner Finger verheerende Folgen für dieses Wesen haben könnte. Ich setzte den Vogel also in de Karton, wo er sich verdutzt umschaute. Okay, immerhin bewegte er sich wieder, aber was nun? Ich hatte keine Ahnung, wie schlimm die Verletzungen waren, doch war es üblich einen wilden Vogel direkt zum Tierarzt zu bringen? Und wenn, wer zur Hölle sollte das bezahlen? Ich war alles andere als flüssig.
Die Entscheidung wurde mir abgenommen, als das Tier auf einmal aufsprang, die Flügel spreizte und auf den Schrank flog, wo er sich noch ein paar Minuten ausruhte und dann aus der Tür flog.
Das besonder an dieser Geschichte war wirklich, wie ich diesen Vogel in der Hand hielt.

Eine dritte will mir partout nicht einfallen.

Schreibe eine Geschichte in nur sieben Worten.

Das ist schwer… macht aber Spaß. Deshalb gleich ein paar mehr 😀

„Ich bin einzigartig.“, sagt der Klon leise.

Vergib mir, Vater, denn ich werde sündigen.

Sie springen beide. Er verfehlt die Klippen.

„Wir befinden uns im Ereignishorizont. Das wars.“

Plan B fehlgeschlagen. Plan C: Der Rollstuhl.

Ein tragischer Rechenfehler. Dutzende Tode. Hunderte Trauernde.

Geschmolzene Polkappen. Politiker zucken mit den Schultern.

Amors Pfeil trifft genau. Und tötet sie.

Game Over. Reload Save. File corrupted. End.


Was sind deine Lieblingslebensmittel für jede Farbe des Regenbogens?

Rot: Argentinisches Rinderfilet; noch rötlich in der Mitte. Zählt das? 😀

Orange: Clementine

Gelb: Käse?

Grün: Hier packe ich mal grünes Curry rein.

Blau: Mangels Ideen und weil ich sie mag: Die Haribo-Schlümpfe

Welches Künstlerische/ Handwerklische Geschick besitzt du nicht, würdest du aber gerne?

Sehr gerne würde ich richtig gut malen können. Ich habe soooo viele Bilder im Kopf, die ich gerne auf eine Leinwand übertragen würde.


So, das wars dann auch wieder. Vor allem die Sieben-Wörter-Geschichten ganz nach dem Vorbild von Hemingways Six Word Stories haben mir sehr viel Spaß gemacht. Nominierungen gibts dieses Mal, wie bereits angekündigt, keine. Falls man sich heute und morgen nicht mehr liest, wünsche ich schonmal einen guten Rutsch.

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